© Sabine Dörner

Der Wäller Jakobsweg: anspruchsvoll und herausfordernd

Zu den größten Schätzen im Westerwald zählen die Wanderwege. Und zu den Sehenswürdigkeiten zumeist Kirchen. Pfarrer Ralf Hufsky (Westerburg) verbindet beides. Er hat ein besonderes Herzensprojekt damit verwirklicht: den Wäller Jakobsweg. 

„Wer sein Ziel kennt, findet den Weg“

Diesen Gedanken von Laotse greift der katholische Pfarrer auf. „Jeder ist eingeladen, sich mit dem Pilgerweg eine Aufgabe, eine Herausforderung zu stellen, vielleicht über sich hinauszuwachsen …“. Der Wäller Jakobsweg steht jedem offen und soll motivieren, ein Weg zu sich und zu Gott zu finden.

Vier Wege laden ein

Einen guten Überblick gibt die Karte des Wäller Jakobswegs, auf der die Gesamtstrecke und die Teilstrecken eingezeichnet sind.

Stammstrecke (schwarz eingezeichnet)

Die Stammstrecke von der Tourist-Information WällerLand am Wiesensee (TiWi) bis zur Jakobskapelle in Herschbach (und wieder zurück) bietet einen ersten Vorgeschmack auf die spanischen Jakobswege. Die einfache Stammstrecke be­trägt ca. 17,2 km – hin und zurück entspricht das mit ca. 34,4 km einer ambitionierten Tagesetappe der Jakobspilger.

Salzer Schleife (violett eingezeichnet)

Die Salzer Schleife beträgt ca. 11 km und ist die ideale Er­gänzung zur direkteren Stammstrecke. Die Kombination von Stammstrecke von Schönberg und Salzer Schleife ergibt ca. 19,2 km Pilgerstrecke.

Langer Marsch (rot eingezeichnet)

Entlang des Wiesensees führt der Lange Marsch mit ca. 31,6 km von der Tourist-Information WällerLand am Wiesensee (TiWi) über Pottum, Langenhahn, Rotenhain, Rothenbach und Hahn am See zur Jakobskapelle nach Herschbach.

Kirchenmarathon

Das ist die Kombination der Teilstrecken Stammstrecke, Salzer Schleife und Langer Marsch. Sie ergibt einen Pilgerweg von ca. 52,7 km.

Die Wegmarkierung

Der gelbe Strahlenkranz auf schwarzem Grund symbolisiert die Jakobsmuschel, das Wahrzeichen der Jakobspilger (und erscheint wie ein gespiegelter Teil des Logos der Pfarrei Liebfrauen). Stempelstellen sind eingerichtet – und wer den entsprechenden Nachweis in seinem Pilgerpass vorzeigen kann, erhält auf Wunsch die Pilgerurkunde „WällerWeLa“ im Pfarrbüro oder in der Tourist-Information WällerLand am Wiesensee (TiWi).

Zu den Kirchen wird auf den rund 18 QR-Codes vor Ort informiert. Auch persönliche Erfahrungen werden vom Pfarrer der die Texte auf der Infotafel selbst verfasst hat, eingebracht. Und das ist erst der Anfang – im Anschluss kann der Lahn-Camino begangen werden, dann vielleicht der Rhein-Camino …

Die Geschichte des Wäller Jakobswegs

Die Umsetzung des Projekts übernahm Ralf Hufsky, hat aber auch Partner gefunden in der Tourist-Information WällerLand am Wiesensee, wo Nina Engel ihm zur Seite stand, und in Barbara Sterr vom WanderTourenTeam (WTT) Rengsdorf, die auf dem Gebiet von Wanderwegen, Kartenerstellung, Beschilderung etc. erfahren ist. Sie hat das schöne, schlichte, zur Pfarrei Liebfrauen passende Pilgerlogo entworfen.

Der Jakobsweg und der Pfarrer

Seit über 1000 Jahren wandern Pilger zum Grab des Apostels Jakobus in der spanischen Stadt Santiago de Compostela. Jeder Weg dorthin ist „richtig“. Und so entstand und entsteht ein ganzes Netzwerk an Jakobswegen. Die fünf großen Wege in Spanien ist Ralf Hufsky alle gegangen (bis auf rund 500 km der Via de la Plata, die er nachholen wird). Seine Urkunden und Wegstrecken hat er an die Wand gepinnt. „Das motiviert mich“, sagt er. Wenn er pilgert, begleitet ihn sein kleiner Pilgerrabe „Socke“, der an seinem Zwölf-Kilo-Rucksack hängt, auch ein metallener Trinkbecher ist immer dabei. Er beginnt alleine, denn auf dem Weg zeige sich schon, auf wen man treffen soll, sagt er.

Auf die Idee, selbst einen Jakobsweg zu erschaffen, kam er im Jahr 2020. Gottesdienste waren durch Corona nicht möglich. So drehte er den Spieß um. „Da nahm ich am Karfreitag die Kreuzreliquie und trug sie zu allen Kirchorten unserer Pfarrei.“ 50 Kilometer ging er. Dadurch und durch den „Dreikirchenweg“ in Westerburg fand er seine Inspiration.

Weitere Informationen finden sich auf der Website des Wäller Jakobswegs.

(Foto: shapefruit AG, Anton Röser)

Raus in die Natur!

Wer ins WällerLand kommt, der spürt sofort: Hier ist die Natur zu Hause – und die will erkundet werden! Allein, zu zweit, in Gruppen, zu Fuß oder zu Rad. Und die Erholung stellt sich ganz schnell ein.

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