Menschen im WällerLand

Das WällerLand wird von einer abwechslungsreichen Natur und schönen Orten  geprägt. Aber auch die Menschen, die hier leben und arbeiten oder sich dem WällerLand verbunden fühlen. Lesen Sie, wie vielfältige Lebenswege die Region hervorbringt. 

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Menschen im WällerLandGabriele Fischer geht seit rund vier Jahrzehnten ihren Lebensweg im WällerLand. Natur und Wildkräuter, Handwerk  und Handarbeit sowie Kochen zählen zu ihren Interessensgebieten. Sie hat ein Geschick dafür, das zu finden, was ihr liegt, und bringt sich mit neuen Ideen ein. Aber sie macht dabei keinen Wind um sich, sie ist von ruhiger und zurückhaltender Art.

Ein Wandbehang in Rothenbach

Menschen im WällerLandBemerkenswert ist ein wunderschöner Wandbehang, der sich seit 2008 in der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Rothenbach befindet. Gabriele Fischer hat ihn mit einer Gruppe von Frauen hergestellt. Die hölzerne Marienstatue davor wird durch ihn in einen besonderen Zusammenhang gestellt.

„Der Pfarrer kam damals auf mich zu, da er wusste, dass ich webe. Aber auf diese Art hätte das Jahrzehnte gedauert. Also haben wir Frauen die Einzelteile gebatikt und zusammengenäht.“ Die Aufgabe war, „Maria in Rothenbach“ darzustellen, so der Gedanke von Pfarrer Dr. Johannes zu Eltz. Und daher ist unter der Himmelsdarstellung mit Sonne, Sternen und Mondphasen an dem gebatikten Werk die Dorfsilhouette zu sehen.   

Aus dem Saarland in die Verbandsgemeinde Westerburg

Die gelernte Erzieherin zog mit ihrem Mann Heinz Fischer 1979 vom Saarland her, als er am Konrad-Adenauer-Gymnasium eine Stelle als Lehrer bekam. In Hachenburg arbeitete sie damals in einem Laden, bei dem wertige und selbstgemachte Waren angeboten wurden. Sie gab Webkurse, Kochkurse, half in einer Töpferei mit … Das Paar, das heute in Westerburg lebt, bewohnte lange das „Adam- und Eva-Haus“ in Brandscheid, das im 17. Jahrhundert errichtet wurde und einen großen Garten hat. In 30 Jahren wuchsen hier ihre drei Kinder auf.

Die Natur und die Kräuter

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Interesse an Pflanzen und Kräutern hat Gabriele Fischer von klein auf. „Mein Leben fing mit Kräutern an“, sagt sie. Zu Hause, im Saarland, wurde im Frühjahr traditionell Löwenzahnsalat  gegessen. „Nach einem langen Winter freue ich mich heute noch auf den ersten Löwenzahn“, berichtet sie. Auch ihr Großvater hat sie als Kind mit in die Natur genommen. So kam ein Kraut nach dem anderen hinzu …

Die Westerburger BUND-Gruppe (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) war für sie später eine große Bereicherung. „Ich habe hier viel über Pflanzen gelernt.“ Biologen oder Förster waren mit dabei, erzählt sie, und Pflanzen wurden kartiert. 2006 hat sie – nachdem sie schon viel Wissen gesammelt hatte – ihre Kräuterausbildung  in der Gundermann-Schule begonnen, für die sie auch ihren „Kollegen“ Klaus-Dieter Stahl begeisterte. Denn: „Wenn dir etwas am Herzen liegt, dann mach es jetzt“, hatte ihr eine Freundin geraten. Und über einen Tipp ihrer Mutter kam sie an die Adresse der renommierten Schule. Sie ist sich sicher: „Wenn man einen Wunsch hat, dann kommt der Weg zu einem.“  

Ihr Wissen hat sie immer gerne geteilt. Kräuterspaziergänge am Wiesensee bot sie zum Beispiel an und half nach dem Aufbau des Marienstätter Kräutergartens dort mit, wo sie auch Führungen machte.

Der Krautwisch – eine uralte Tradition

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Der „Krautwisch“ hat sie fasziniert. „Ich sah einmal in Brandscheid, wie Frauen mit Sträußen in die Kirche gingen, um sie segnen zu lassen.“ Die Idee gefiel ihr sehr und sammelte dann dafür selbst Pflanzen, die sie umgaben und die ihr wichtig waren. Eine davon ist die Wilde Möhre. Ihr zu Ehren hat sie auch ein kleines Heftchen erstellt – mit Fotos von Walter Eggert.  

Die Kräuterexpertin bietet Krautwisch-Wanderungen an, auf Anfrage oder in Marienstatt, wo das eine sehr lange Tradition hat. Am Fest Maria Himmelfahrt im August werden Kräuter und Blumen im Gottesdienst gesegnet. Nach einigen einleitenden Worten und einer Blütenmeditation wird ein Strauß mit Kräutern aus dem Heilkräutergarten gebunden.

Warum eigentlich Wildkräuter?

„Wildkräuter stehen uns kostenlos zur Verfügung und sind immer da.“ Wenn man ihr zuhört,  wird deutlich: Wildkräuter sind ein Geschenk der Natur. Und wenn es in der Bibel heißt, man solle nicht säen und wird doch ernten – dann wurde doch sicher an das Wildkraut gedacht?

Und tatsächlich: Kräuter kann man pflanzen, aber sie suchen sich ihren Platz lieber selbst. Ihre Vitalität bestaunt die Kräuterexpertin und hebt den Giersch hervor. Als Kind musste sie ihn immer wieder zupfen. „Da hatte ich mir geschworen, wenn ich erwachsen bin, darf er bei mir wachsen.“ Sie hält das Versprechen.

Weisheit der Natur

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Zum anderen stellt sie die wertvollen Inhaltsstoffe der Wildkräuter heraus, die es „nirgendwo zu kaufen“ gibt. „Sie überragen alle unsere Kulturgemüse.“ Und eine Handvoll Kräuter am Tag reicht, betont sie. „Da Wildkräuter sich über viele Tausend Jahre optimiert haben, können sie nur besser sein als Zuchtgemüse.“ Die Ausgewogenheit, Schönheit und Harmonie in der Natur ist faszinierend. So sind etwa Lippenblütler und Bienen regelrecht füreinander gemacht. Die Anpassung ist unglaublich. „Und immer gibt es Gegenmittel.“ Wenn uns das Gift der Brennnesseln piesackt, helfe dagegen zum Beispiel Spitzwegerich.

Beim Kochen lernt man mehr

Am liebsten kocht Gabriele Fischer mit anderen Kräuterinteressierten. Früher im Café Flora oder in Elsas Café. Heute bietet sie Wildkräuter-Kochkurse in Marienstatt an oder auf Anfrage – und zu jeder Jahreszeit. „Da lernt man am meisten.“ 

Den Samen der Nachtkerze sammelt sie z.B. als Zugabe im Müsli. Auch deren Blüten seien  schmackhaft, erklärt sie. Und die Wurzeln, die im Herbst gegessen werden können, haben den Geschmack von Schinken.  „Zu jeder Jahreszeit schenkt uns die Natur ihre Früchte.“

Gerne setzt sie Essig mit Gaben aus der Natur an – etwa Weißdornbeeren. Die Inhaltsstoffe sind gut bei Bluthochdruck. „Wenn ich damit die Salatsoße anmache, weiß ich, dass ich mir etwas Gutes tue. Es ist ein bewusster und schätzenswerter Umgang mit sich, der Nahrung und der Natur. Eine Kursteilnehmerin formulierte es so: „Das ist auch was für die Seele.“  Für die Wildkräuter und Früchte ist Gabriele Fischer ausgesprochen dankbar. Das auszudrücken, liegt ihr auch bei der Tradition des Krautwischs am Herzen.

Lecker WällerLand

Da Kräuter am besten durch den Magen gehen, gibt es einige passende Rezepte, auch von Gabriele Fischer. Und für ihre Enkel, die auch schon ein paar Kräuter kennen, wird die Kräuterexpertin demnächst „Spaghetti mit Brennesselsoße“ servieren.  

Kontakt:

(Fotos: Tatjana Steindorf)

Menschen im WällerLand

Er ist als Kräuterexperte im WällerLand bekannt: Klaus-Dieter Stahl aus Westerburg.  Sobald es grünt und wächst, zieht er schon seit vielen Jahren monatlich seine Runden am Wiesensee – und um ihn schart sich immer eine interessierte Gruppe. Es ist nur eine Wildkräuterwanderung mit ihm nötig, und man sieht die grüne Welt mit anderen Augen.

Eine typische Wildkräuterwanderung

Ein Bücken, ein Pflücken und einige Löwenzahnblätter werden von Klaus-Dieter Stahl in den Fokus gerückt. Den Löwenzahn erkennen viele, aber kennen tut man ihn nicht. Nach einigen Sätzen ist es soweit: Das „Unkraut“ wird als Powerfood erkannt und erhält einen ganz anderen Stellenwert.

Menschen im WällerLandEs ist zu erfahren: Nicht nur als Bienenweide ist sie wertvoll – auch ihr Einsatz in der Küche ist vielfältig. Wurzel, Blatt, Blüte: alles verwertbar. Und man fragt sich, wie man bislang auf ihr missbilligend rumtrampeln konnte … „Ei, das hab‘ ich doch im Garten gerade erst ausgerissen!“ Das hört Stahl dann des Öfteren.

Und so ergeht es den Teilnehmenden der Wildkräuterwanderungen auch bei der Brennnessel, dem Gundermann, Giersch … Ganz klar, dass bei dieser Exkursion die Zeit verfliegt. Und zum guten Schluss des heiteren Ausflugs werden die gesammelten Kräuter noch verarbeitet und gemeinsam verkostet in Form eines Fitnessdrinks oder eines Kräuterquarks. 

Damit kein Missverständnis aufkommt: Klaus-Dieter Stahl ist kein Kräuter-Guru, sondern er hat eine fundierte Ausbildung vorzuweisen, äußert sich sachlich und erfreut mit seiner unaufgeregten, freundlichen Art.

Von Weilburg zum Wiesensee

Ein Zugezogener ist er, aber mit hiesigen Wurzeln. „Ich bin 1947 auf der Westerwälder Seite Weilburgs geboren“, erzählt Klaus-Dieter Stahl. Er wurde im Taunus groß, wo seine Mutter als Lehrerin arbeitete. In Usingen legte er sein Abitur ab und war zwei Jahre bei der Bundeswehr. Anschließend studierte er Geografie und Biologie in Mainz, wo er zwei Jahre als Lehrer tätig war.

1977 kam er nach Westerburg und unterrichtete bis 2007 am Konrad-Adenauer-Gymnasium.

Seine Ausbildung als Kräuterexperte legte er bei der Gundermannschule in Bad Münstereifel ab. Gabriele Fischer regte ihn dazu an, die gemeinsam mit ihm die Ausbildung, die elf Wochenenden in Anspruch nahm, absolvierte.

Partner von Kräuterwind und der Natur

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Von Anfang an war er mit „Kräuterwind“ verbunden. „Kräuterwind Genussreich Westerwald“ wurde 2009 als Regionalprojekt der Gemeinschaftsinitiative „Wir Westerwälder” durch die Landkreise Altenkirchen, Neuwied, Westerwald gestartet. Gewürze, Lebensmittel, Getränke gehören zum Angebot der Hersteller, darüber hinaus gibt es eine Gartenroute und auch Kräuterspezialisten etc.

Teilweise war Klaus-Dieter Stahl für Kräuterwind bei Gartenmärkten und Messen vertreten, doch ist er auch für andere Interessenten tätig wie bspw. für eine Gesundheitskasse.

Ihn freut auch die Initiative „WällerLandGärten“ der VG Westerburg, die vielerorts Blühflächen anlegt und so ein Netz ökologisch wertvoller und attraktiver Flächen aufbaut.   

Denn es fehlt immer mehr an Insekten. Auch mindern überdüngte und zu häufig gemähte Wiesen die Artenvielfalt der Flora – und damit auch die Lebenswelt der Tiere, ist zu erfahren. Wichtig ist – auch im Privatgarten – der Verzicht von Insektiziden und Herbiziden.  Und: „Mehr Magerwiesen wären eine große Bereicherung“, so der Kräuterexperte.

Der Kräutermann und die TiWi

Gute Bedingungen und ein gutes Miteinander findet Klaus-Dieter Stahl für seine Wildkräuter-Exkursionen bei der Tourist-Information WällerLand am Wiesensee (TiWi).  Seit 2009 führt er sie hier regelmäßig durch. Und seitdem sind sie sehr beliebt. „Wenn ich hier am See sitze, brauche ich nichts anderes, das ist wie Urlaub “, sagt der Westerburger.

Viele Teilnehmer kommen gerne öfter zu ihm. Vertreten sind zumeist Frauen 40 plus und Familien, doch „in letzter Zeit kommen auch mehr Männer und jüngere Teilnehmer“. Eine etwa Neunjährige hat er noch in Erinnerung, die „sehr versiert“ war. Mittlerweile begleitet Gabriele Seelbach (Pottum) oftmals die Exkursion, gemeinsam können sie besser auf die Fragen der Teilnehmer eingehen.

Klaus-Dieter Stahl hofft, dass seine Exkursionen den Teilnehmern einen anderen Blick für ihren Garten vermitteln – und sie nun ihre „Unkräuter“ mit anderen Augen betrachten. Und er verspricht: „Solange ich gesundheitlich kann, mache ich das weiter.“

Immer von Mai bis September

Die Wildkräuterführungen finden ab Mai bis September immer am ersten Samstag im Monat statt. Alle Informationen zu den Wanderungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Menschen im WällerLand

Energie – das strahlt Ingelore Ammelburger aus. Wenn sie ein Projekt anfasst, ist sie beherzt, leidenschaftlich und mit Verstand bei der Sache. Seit einigen Jahren ist die Winnerin dem E-Bike ergeben. Tausende Kilometer hat sie schon „erfahren“. Selbst im Winter ist sie on tour. Und in der Saison leitet sie samstags eine Frauengruppe durch den schönen Westerwald.

Radfahren für Körper und Seele

„Das fing nach der zweiten Knieoperation 2018 an“, berichtet Ingelore Ammelburger. „Bewegung ohne Belastung“, das ist dann das Motto, wie sicherlich viele wissen. „Ich ging danach zu meinem alten Rad in die Garage und versuchte, die Pedale durchzutreten. Das war noch gar nicht möglich.“ Sie biss die Zähne zusammen und übte beharrlich. Bald schloss sie sich einer Gruppe von Radlern an. Aber die Männertruppe war zu schnell, und nach einigen Anläufen fasste sie den Entschluss, selbst eine Gruppe zu gründen – für Frauen.

Die Samstagstouren für Frauen

„E-Bike-Touren für Frauen. Selbstbewusst durch Sport!“ lautet das Angebot von Ingelore Ammelburger. Jedes Jahr in der Saison von April bis Oktober gehen die Frauen, die auch schon mal Männer mitnehmen, samstags auf Tour. Start ist an der Tourist-Information WällerLand am Wiesensee (TiWi) in Stahlhofen a.W. Die schönsten Stecken und Einkehrmöglichkeiten sucht dann die gebürtige Winnerin aus. Mal geht es zum Rosengarten nach Hadamar mit Einkehr beim Brechelbacher Hof in Neunkirchen, mal Richtung hoher Westerwald mit Rast an der Krombachtalsperre oder nach Girkenroth. „Wir haben ein gutes Radwegenetz“, sagt die begeisterte Radlerin. „Nur das Baumsterben hat viel verändert, manche Gegenden sind nicht wiederzuerkennen.“ Rund 40-45 Kilometer fährt sie mit ihrer Samstagsgruppe.

So spontan sie reagieren kann, geht die gelernte Krankenschwester, die 37 Jahre Nachtwache hinter sich hat, zunächst ganz pragmatisch und strukturiert vor. Das zeigt sich schon an ihrem Köfferchen, das sie immer dabei hat. Flickzeug und Pumpe finden sich hier ebenso wie Erste-Hilfe-Utensilien.

An die Sicherheit denken

Oft wird sie gefragt, worauf „frau“ achten sollte. Die Bekleidung, rät sie, sollte unbedingt auffallende Signalfarben vorweisen. „Das kann Leben retten.“ Denn im Winter ist sie – allein oder mit Freunden – auch öfter auf Straßen unterwegs. „Hier sind auch Rückspiegel sehr wichtig“, macht sie deutlich. Einige Grundregeln, wie ein E-Bike zu handhaben ist, sollten bekannt sein – etwa das Anfahren am Berg und das Auf- und Absteigen. Für den Radkauf empfiehl sie Tiefeinsteiger, breite Räder und ein dem Körper angemessenes Rad. Mit dem Service lokaler Radgeschäfte hat sie gute Erfahrungen gemacht. Außerdem radelt sie gerne zum Werkstatt-Check.

Vielleicht wird sie noch einen kleinen Kurs zu diesem Thema und auch zum „Reifen reparieren“ organisieren, überlegt sie.

Sport macht glücklich

Ein neues Hobby anzufangen, regelmäßig Sport zu treiben, dafür ist sie ein echtes Vorbild. Mit 60 Jahren hat sie angefangen – vorher war sie „nur“ Gelegenheitsradlerin. „Ich bin sicher, dass es kaum eine Krankheit gibt, körperlich wie seelisch, die von Sport nicht profitiert“.  Das Mobilsein, die Bewegung, die Kondition und das Naturerlebnis bauen sie auf. „Sowie du dich aus dem Haus bewegst, lernst du Menschen kennen“, schwärmt sie.  

Ihre soziale Ader kommt auch in anderen Tätigkeiten zum Tragen. Sie ist schon 25 Jahre im Ortsgemeinderat tätig und hat sich gerne für Seniorenfeiern eingesetzt. Vor Corona war sie als Karnevalistin aktiv und hat den Kinderfasching nicht nur moderiert, sondern auch als Stimmungskanone mitgerissen. Ingelore Ammelburger bleibt auch für ihre Familie und vier Enkel gerne fit, für die sie und ihr Mann verlässlich da sind. „Ich bin gerne Oma“, strahlt sie.

Ihre Radausflüge aber sind der Ganzjahresfahrerin heilig. Nach ihrem Motto „Hauptsache Kopf, Hände und Füße bleiben warm“ legt sie schon einmal die neuen, beheizbaren Handschuhe bereit für den Nachmittag. Es ist grau und kalt, aber ihr steht schon ein lebenslustiges Lächeln ins Gesicht geschrieben, wenn sie an ihren bevorstehenden Ausflug und ihre Planungen zu längeren Touren denkt …

(Foto: Tatjana Steindorf)

Dieser Mann hat Spuren im WällerLand hinterlassen: der Künstler Franz Hötterges. Seine Werke haben die Sicht auf gewisse Dinge geprägt, Geschichte und Zeitgeschehen interpretiert und Persönlichkeiten festgehalten.

Begegnungen mit den Kunstwerken

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Die Petermännchen-Figur hat Franz Hötterges geschaffen, die auf dem Burgmannenplatz in Westerburg steht, die Stiftskirche Gemünden gezeichnet, die Konfirmanden in Gemünden jahrzehntelang als Geschenk erhielten, er schuf auch die Bronzetürgriffe an den Innentüren der Kirche, entwarf das bunte Glasfenster des Rathausaals, ein Wandbild im kommunalen Kindergarten Westerburg und übernahm die Innengestaltung in Privathaushalten.

Vielseitigkeit ist typisch für ihn

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Abgesehen von den Techniken, in denen er malte und zeichnete, gab es kaum einen Werkstoff, den er nicht verwendet hat: Bronze, Kupfer, Eisen, Glas, Ton, Gips, Styropor, Alu. Sein Stil war ebenso vielfältig, mal altmeisterlich, mal modern. Er liebte Ornamente, schuf Keramiken. Und er entwarf auch Wandteppiche. Einer zierte beispielsweise die Landeszentralbank Neuwied, ein anderer den Kreistag in Bad Ems.

Ein bewegtes Leben

Dem am 12. Oktober 1912 in Düsseldorf geborenen Hötterges wurde ab 1949 Gemünden zur Heimat. Vorher hatte er eine bewegte Studienzeit in Hamburg, Düsseldorf, Berlin, München absolviert. Im Westerwald lebte und arbeitete er fast 50 Jahre. Aus der Lohmühle, wo er Wohnhaus und Atelier errichtete, wurde die Hötterges Mühle.

Dank seiner Tochter Christine Schütz-Hötterges wirkt dieser Platz heute noch wie ein kleines Paradies – am Rande der Holzbachschlucht gelegen und geprägt von der Kunst des Vaters.

Einiges vergessen, anderes neu entdeckt

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Ein Besuch des alten Ateliers ist wie der Besuch einer kleinen Kunsttempels. Es ist eine Freude, aber für die Familie auch eine Verantwortung und ein ideelles Erbe. Traurig ist Christine Schütz-Hötterges über einiges, das ihr Vater – teils als Kunst am Bau – geschaffen hat und später einfach „verschwunden“ ist. Das gilt für ein Bild in einem Westerburger Kindergarten ebenso wie für den Bronze-Brunnen, den er einst für Völklingen schuf.

Andernorts erfährt seine Kunst erneut Wertschätzung: Vor drei Jahren wurde in der Ausstellung „Vergessene Kunst in der Trittauer Kirche“ die Holztafeln von Franz Hötterges mit spätexpressionistischen Darstellungen des Kreuzweges besonders gewürdigt und ausgestellt. In den Jahren 1946 bis 49 schuf der Bildhauer Franz Hötterges zwölf expressionistische Eichenholztafeln als eine Art Kreuzweg für den Chor der Trittauer Kirche (Schleswig-Holstein). Die Holzreliefs waren seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich zugänglich, wurden aber in den 2010er-Jahren „restauriert, gesichert und publiziert“.

Als hätte er das Atelier gerade erst verlassen

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In Hötterges Atelier hängen überall Bilder, sind Büsten zu sehen und Arbeitsmaterialien, der Blick aus dem Fenster trifft eine weitere Bronze. Es ist, als wäre Franz Hötterges erst eben zur Tür hinaus gegangen. Dabei starb er bereits am 15. April 1993 und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Gemünden.

Ein großer Teil seines künstlerischen Nachlasses wurde an die Kunststätte Johann und Jutta Bossard in Jesteburg/Lüneburger Heide gestiftet, die für viele ein echter Geheimtipp sein dürfte. Hier war Hötterges als Schüler Johann Bossards in den 1930er-Jahren auch beim Aufbau der Kunststätte tätig.

Wer Kontakt zu Christine Schütz-Hötterges für weitere Informationen zu ihrem Vater aufnehmen möchte, kann dies unter der Rufnummer 0170 8789984.

(Fotos: Tatjana Steindorf)

Nicht nur im Kannebäcker Land verstehen Westerwälder etwas vom Töpfern. Im oberen Teil gibt es auch einige, und eine regelrechte Instanz ist hier Marliese Fürst.

Sie lebt, arbeitet und verkauft in Alpenrod. Ganz traditionell hat die aus Rotenhain-Todtenberg stammende Töpferin das Handwerk gelernt.

Ihre Lehre absolvierte sie in Ransbach-Baumbach bei Gerharz & Manns. Sieben Gesellenjahre folgten und 1982 die Meisterprüfung. In dem Jahr eröffnete sie auch ihre Werkstatt in Alpenrod.

Menschen im WällerLandSalzglasur, grau-blau, zählt zu den traditionellen Grundkenntnissen, die sie beherrscht. Doch ihre Becher und Dekoblumen, Teller und Vasen, Gefäße und Schilder gibt es mittlerweile in ganz verschiedenen Dekoren, freundlich und bunt. Einiges davon ist auch im Stöffel-Park zu finden, für den sie Becher mit Stöffelmaus, anderen Tiermotiven oder den Bremsberg gestaltet. So nützlich wie schön sind ihre Wäller Eierkäsformen. Auch die Tourist-Information WällerLand am Wiesensee hält viele ihrer Schöpfungen bereit.

Marliese Fürst arbeitet nicht nur in Alpenrod, auch ein großer Verkaufsraum ist hier zu finden. Etwas ganz Besonderes sind ihre Werkstattführungen mit Bewirtung.

Mittendrin in der Werkstatt

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Während sie ihren Besuchern im Plauderton Wissen vermittelt, töpfert sie routiniert und sicher. Eine Tasse entsteht wie nebenbei. Sorgfältig wird der Henkel eingearbeitet – nicht drangeklebt wie bei Massenware. Mit einem hohlen Metallstift, früher wurde Reet genommen, graviert sie geschickt Formen in den weichen Ton, dabei dreht sie den Stift, sodass die Öffnung vorne bleibt. Anschließend wird das Werk mit Naturfarben, etwa Basaltstaub, der gelblich-beige aussieht, gefärbt.

Früher wurde der Ton per Hand durchgeknetet, um die Luft herauszupressen. Sonst sprang das Kunstwerk im Brennofen entzwei. Das war harte Arbeit. Daher heuerten vor einigen Jahrzehnten ganze Scharen von Männern in den großen Wäller Töpferbetrieben an, um den Ton zu klötzen, wie es hieß. Heute gibt es mechanische Pressen dafür.

Salzglasiertes Salzzeug und bunte Waren

Bei dem salzglasierten Steinzeug wird die fertig getrocknete und bemalte Ware im Gasofen langsam auf 1250 Grad hochgeheizt, denn die Feuchtigkeit muss sachte aus den Keramikgefäßen weichen. Dann wird Kochsalz hinzugegeben. Dieser Dampf verbindet sich mit dem Ton und legt sich als Glasur über die Ware. So entstehen beispielsweise wasserdichte Töpfe. Vor fünf Jahren hat sie dann einen Elektroofen angeschafft, um auch bunte Waren anbieten zu können, die im Salzofen nicht gebrannt werden können.

Mittendrin im Leben

Marliese Fürst hat in ihrem Leben viel erlebt, viele Menschen getroffen und viel gehört. Aus diesem Fundus schöpft sie und erzählt mit freundlichem Humor. Viele Menschen, nicht nur im Westerwald, schätzen sie. Und mit ihrer Kunst begleitet sie andere von der Wiege bis zur Bahre. Hier wenden sich Menschen an sie, die ganz konkrete Vorstellungen durch Marliese Fürst umgesetzt haben möchten. Ganz individuelle Aufträge nimmt sie an, etwa Geburtsteller. Neuerdings gehören auch Urnen dazu.

Immer noch ein Traumberuf

24 Lehrlinge hat sie in ihrem Berufsleben bereits ausgebildet und war immer früh auf den Beinen. Jetzt macht Marliese Fürst es sich etwas bequemer und sagt erleichtert: „Ich brauche keinen Wecker mehr.“ Und die Märkte, an denen sie teilnehmen will, sucht sie sich mittlerweile aus.

Kann man davon leben? „Kommt darauf an, was man vom Leben erwartet“, antwortet sie und strahlt dabei Zufriedenheit aus. Und daher wünscht sie jedem, dass er seinen Traumberuf findet und ausüben kann.

Kontakt und Verkaufsstelle

Marliese Fürst
Am Wehrholz 15 | 57642 Alpenrod
Telefon 02662 4142
E-Mail

Auf Anfrage sind Führungen mit Kaffee und selbst gebackenen Kuchen buchbar.

(Fotos: Tatjana Steindorf)

Menschen im WällerLandImmer wieder tauchen Fotografien im Postkorb der Tourist-Information WällerLand am Wiesensee (TiWi) auf – von Volker Horz. Mal sind es in Eis umhüllte Zweige, mal zwei Blüten, die ihre Köpfe aneinanderlehnen, mal ein Abendhimmel oder ein Froschpaar beim Wasserballett … Die Bilder stellt der Absender der TiWi kostenlos zur Verfügung, damit Einheimische und Gäste sich an der Schönheit der Gegend und der Natur erfreuen können.

„Wildern” mit der Kamera

Oft stammen die Bilder aus der Verbandsgemeinde Westerburg, denn Volker Horz wohnt in Härtlingen. Aber er „wildert“ mit der Kamera gerne auch über die Grenzen des Reviers hinweg – auf der Suche nach schönen Fotoschüssen. Lange Jahre war Horz Angestellter einer Automatenfirma und dadurch viel unterwegs. Jetzt ist er 64 Jahre und auf dem Weg ins Rentnerleben, das bei der Energie,  die er ausstrahlt, bestimmt lebhaft wird. „Ich fühle mich auch jung und liebe das Leben und alles, was Spaß macht“, lacht er.  Dazu gehört für ihn auch, mit Hingabe und ohne Zeitdruck Haus und Garten pflegen zu können. Ab und an verkauft er auch Fotografien – dafür hat er sich seit Längerem einen  Gewerbeschein für Kleingewerbe zugelegt.

Die Wälder, der Stöffel, der Elbbach

Seine Beziehung zum Westerwald? „Ich bin hier aufgewachsen und bin froh, hier zu wohnen. Die Wälder, der Stöffel, der Elbbach … Es gibt so viel, und ich fühle mich hier einfach wohl.“

Seine große Leidenschaft, die Fotografie, wird ihn weiterhin begleiten – vor allem auf seinen Wanderungen mit seiner Frau, die ihn immer wieder ins WällerLand, in den ganzen geografischen Westerwald, aber auch darüber hinaus führen. Beim Wandern findet er Motive, egal ob Landschaft, Tier oder Pflanze, die ihn begeistern. Er hält die Augen offen. Der Optimismus ausstrahlende Wäller meint: „Man muss das Schöne nur sehen.“

Zeigen, wie es ist

Für die Fotos braucht er kein allzu großes Equipment sagt er, doch Spiegelreflexkamera, einige Objektive und Zubehör nutzt er schon. Langes Bearbeiten am Computer ist nicht sein Ding. Er bleibt auch auf dem Gebiet bodenständig. Gerne und oft hat er Sportfotografie gemacht, „von der Oberliga bis DFB Pokal, zum Beispiel beim VFL Bochum“.

Einige Fotos von Volker Horz sind in unregelmäßigen Abständen in unserer Rubrik NEUES AUS DEM WÄLLERLAND zu finden.

(Foto: Tatjana Steindorf)

Menschen im WällerLand

Uli Altrichter aus Brandscheid hat ein Friedensprojekt gestartet. Alles dreht sich um eine Gitarre. Als Bassist der Gruppe Walk the Line hat er ein Händchen für Gitarren. Und sein Hobby ist sogar, E-Gitarren herzustellen. Nun aber hat er einen besonderen Schatz geschaffen: eine Gitarre, die ihre Stimme für den Frieden erhebt. „Bullets to music“ ist ihr Motto.

Ein Körper mit Projektilen gespickt

Menschen im WällerLand

Ihr Körper ist ein Benzinkanister. Patronenböden und die spitzen Geschosse von Projektilen sind an ihr verbaut – sind nun Stimmwirbel, Lautstärkeregler und Dot-Inlays. Die tödlichen Boten werden hier zu Dienern der Musik. Und der leuchtend rote Gitarren-Körper ist übersät mit Tattoos: Die Malerin Evelyn Hethey (Koblenz) schrieb zur Mahnung zahlreiche Amokläufe auf das Musikinstrument.

Denn die Idee ist nur eine: Verwandle Musik zur Friedensbotschaft, stimme Hass in Harmonie um, schreie deine negativen Emotionen heraus mit den schrillen Tönen der E-Gitarre – aber feiere das Leben und schütze deinen Nächsten. „Durch die Gitarre werden tödliche Teile zu etwas Friedlichem.“

Bullets to music

„Wenn diese Gitarre nur einen Toten verhindern kann, hat sie ihren Sinn schon erreicht“, sagt Uli Altrichter. Und er gibt seine „Bullets to music“-Gitarre dafür gerne in fremde Hände. Anderthalb Jahre Vorarbeit hat Uli Altrichter für das Instrument aufgewendet. Er ist ihr Erfinder und Erbauer. Wie gesagt: „Guitars against Violence“ steht nicht nur auf seinem T-Shirt geschrieben. Er will, dass seine kleine, freche Gitarre dafür steht und kämpft, sie soll ihren „Mund“ nicht halten.

Gitarre wird an Musiker verliehen

Menschen im WällerLand

Das Konzept ist einfach: Jeder Musiker, der das Konzept unterstützt, darf die Gitarre ausleihen und ihre Friedensbotschaft in seinen Auftritt, sein Konzert einbauen. Mitgeliefert wird auch ein 12-Takte-Riff, das jeder nach Gusto ausbauen darf. Zum Dank werden die künftigen E-Gitarren-Spieler auch für sich selbst ganz praktische Kleinigkeiten finden: Ein Flaschenöffner ist an der „Bullets to music“-Gitarre verbaut. Der Kanister kann geöffnet und als Köfferchen genutzt werden. Die Tülle wird zur Plecbox – einem Fach für Plektren (Gitrarrenplättchen).

Gitarrist Erhard Reichelt schlägt einige Töne auf der kleinen, roten Friedensgitarre an. Er schätzt Uli Altrichter nicht nur als Bandmitglied von Walk the Line, sondern auch als Gitarrenbauer. Ansonsten hat er Ulis Projekt zwar nicht aktiv, aber „emotional begleitet“, wie er mit einem freundschaftlichem Lächeln sagt.

Ellenbogen rein, Menschlichkeit raus

„Die Idee zu dem allen kam nicht spontan“, sagt Uli Altrichter (Jahrgang 1957). Sie hat sich entwickelt. „Wir leben in einer Ellenbogengesellschaft. Es gibt Leute, die damit nicht zurechtkommen. Manche ziehen sich zurück, andere laufen Amok.“ Sein Gitarren-Projekt ist klar ein Aufruf an alle, Menschen offen und mit Wohlwollen zu begegnen, um ein positives Miteinander überhaupt zu ermöglichen.

Unterstützer willkommen

Musiker, die Uli Altrichters Botschaft unterstützen möchten, können sich gerne an ihn wenden und die Bullets to Music als Leihgabe erhalten: einfach eine E-Mail an Uli Altrichter schreiben mit dem Betreff „Bullets to music“.

(Fotos: Tatjana Steindorf)

Menschen im WällerLand

Ein markantes Gesicht mit Bart und Wind in den Haaren – und im Wesen würzig, leicht süß und voller natürlicher Kräuter: das ist JackWaeller. „So schmeckt der Westerwald“, sagt Rainer Gschweng aus Rothenbach-Himburg selbstbewusst. Mit ganzer Leidenschaft betreibt er sein Projekt, einen Wäller Kräuterlikör herzustellen.

Ein Wort genügt, eine halbe Frage, die mit Likör und Kräutern und Westerwald zu tun haben, schon sprudelt er über und reißt seine Zuhörer mit. Gerne spricht er über seine Dutzende Kräutermischversuche, die Reifung in Steinkrügen, die Qualität der Ingredienzien und über die Geschichte, die hinter all dem steckt.

Ein Projekt voller Leidenschaft

Es ist klar, dieser Rothenbacher hat richtig Freude an seinem Projekt und investiert viel Zeit, Geld und Leidenschaft hinein. Und: Ein kleiner „Kuss“ des Kräuterlikörs reicht, um Gefallen zu wecken, rund und weich, doch nicht zu süß.

Ein Steinbruch kann inspirieren

Die Idee zum Likör entstand im Stöffel-Park vor einigen Jahren. Bei einer Führung durch den Brecher 1 sah er eine leere Flasche zwischen Schütten, Transmissionsriemen und Becherwerken im Staub. Das Lost-Place-Scenario regte gleich seine Fantasie an. Woher stammt die Flasche? Wer hat davon getrunken, fast 20 Jahre stand der Basaltbrecher bereits still …

Ein Gruß aus einer anderen Zeit

Er öffnete den Bügelverschluss, schnupperte, stellte fest, dass darin einmal ein Kräuterschnaps eingeschlossen war und forschte nach, wer hier die Hand im Spiel gehabt haben könnte. „Das Etikett, mehr ein alter Zettel, war so gut wie nicht mehr zu entziffern. Nach vorsichtiger Reinigung und bei Tageslicht konnte man gerade noch so lesen: ‚Hände weg! Gruß Jack!‘“ So ist es auch auf der Homepage von JackWaeller von nachzulesen.

Jack, so fand er heraus, muss vor rund 70 Jahren in dem Steinbruch gearbeitet haben und war immer für einen Spaß zu haben – und offensichtlich für einen kräftigen Schluck gegen den Staub.

Jack und sein Charakter

Menschen im WällerLand

Rainer Gschweng ist sich sicher: Männer wie Jack sind zuverlässig und kameradschaftlich. Sie sorgen mit ihrer Art für Abwechslung. Und natürlich spielte Jack seinen Kollegen gerne mal einen Streich. Die Quelle seiner Lebensfreude war vielleicht der geheimnisvolle Likör? Ganz verschiede Szenarien gehen Gschweng bei diesem Thema durch den Kopf. Er scheint der geistige Nachfahre von dem ideenreichen Jack zu sein. Und ein bisschen Seemannsgarn kommt vielleicht noch dazu, ist Rainer Gschweng doch zehn Jahre in der Marine gewesen und zur See gefahren.

Der Zeichner: Daniel Greiner

Seine Vorstellungen hält ein Künstler für ihn in Bildern fest: Daniel Greiner, ein junger Wäller aus Heckenhof (Kreis Altenkirchen). Er hat dem handgemachten Kräuterlikör ein Gesicht gegeben: Jack. Sogar eine Jacky wurde wohl schon geschaffen.

Die Liebe zum Westerwald

Was hat den Mann aus dem Rheingau vor fünf Jahren in unsere Region geführt, die Liebe? „Ja, die Liebe zum Westerwald“, antwortet er. Er mag hier die gute Luft, den Platz – im Vergleich zum Flusstal – und die „wunderbare Natur“. Das Herstellen von Likör war ursprünglich ein Hobby, das er jetzt zum Beruf gemacht hat. Sogar andere Produkte mit der JackWaeller-Marke gibt es bei ihm zu kaufen.

(Fotos: Tatjana Steindorf)