© Sabine Dörner

Burg mit Kapelle und Reifenberger Schlösschen

Weltersburg hat eine interessante Geschichte und ist bis heute ein sehenswerter Flecken. Das zeigt sich nicht zuletzt bei den Schmiedefesten im Ort, die der Schmiedeclub seit mehr als 30 Jahren durchführt. 

Es lohnt sich, hier zu parken und eine kleine Erkundung zu starten. 

Ein Rundgang durch Weltersburg

Beginnen wir bei der alten Dorfschule, ihr gegenüber befindet sich das alte Windrad, das 1912 zur Wasserförderung erbaut wurde. 

Die Burg

Auf der rund 435 m hohen Basaltkuppe (Küppel oder Burgberg genannt) wurde im 11. Jahrhundert eine Burg zur Sicherung der Köln-Frankfurter-Straße gebaut. Sie gehörte wohl zur Hälfte den Grafen von Sayn und den Herren von Isenburg.

1314 bekam Weltersburg Stadtrechte.

1405 machten die Ritter Marquard Mohr von Lünen, Friedrich von Neuroth sowie Kuno und Johann von Sottenbach von Weltersburg aus die Gegend als Raubritter unsicher. Die Grafen von Katzenelnbogen werden dadurch geschädigt, und 1423 drang Katzenelnbogen mit den Grafen von Nassau-Saarbrücken in die Weltersburg ein, wo sich ihr Feind Ludwig von Ottenstein aufhielt. Doch Reinhard von Westerburg und Johann von Isenburg-Wied erobern gemeinsam die Burg unter blutigen Kämpfen zurück. 

Bereits 1581 war die Burg in schlechtem Zustand und verfiel völlig bis 1670. Noch im 16. Jh. wurde aber das Reifenberger Schlösschen gebaut, das sich am Ortsausgang befindet.

Auf dem Weg zum Platz der alten Burg liegt im Oberdorf die Dorfkapelle und unweit davon entfernt ist die Ruine des alten Burgturms zu sehen.

Die Burgkappelle von Weltersburg

Die eng an die steile Felswand des Burgberges gebaute Dorfkapelle in Weltersburg wird 1325 zum ersten Mal erwähnt.

„Wann das kleine Gotteshaus erbaut wurde, ist ebenso wie bei der Burg selbst unbekannt“, berichtet die Dorfchronik. Die Kapelle wurde mehrfach zerstört und umgebaut – bis auf einige Fundamentreste ist von dem Ursprungsgebäude nichts mehr erhalten. 1. Juni 1518 wurde sie – wohl eher ein Umbau denn ein Neubau – neu eingeweiht. (Erbauer zu der Zeit war Meffried von Brambach und seine Frau Irmgard von Nesselrode.)

1520 erteilte Erzbischof Richard von Trier mit, dass bei dem Besuch der Kapelle an gewissen Festtagen „ein Ablass von zehn Tagen bewilligt“ werde. Schon 1575 war das Gebäude wieder in schlechtem baulichem Zustand. Auch nach Reformation und 30-jährigen Krieg blieb Weltersburg katholisch. Die Bewohner des Brambacher und Reifenberger Hauses wurden jedoch lutherisch.

1657 war der Bau in einem guten Zustand, so wurde bei der Kirchenvisitation festgestellt. Einige Jahre darauf brannte es in Weltersburg und auch die Kapelle war betroffen.

1786 wurde die Kapelle wieder aufgebaut – wohl so, wie sie heute zu sehen ist.

1955 wurde ein neues Glockengeläut eingeweiht. In den 1970er-Jahre wurde Dach und Außenfassade erneuert, 1992/93 die Innenwände und -einrichtung.

Die Skulpturen und die Hadamarer Schule

Die Innenraumausstattung stammt aus der Zeit um 1700 – wie der Barockalter und die Figuren des Heiligen Blasius und der Mutter Gottes. Diese kommen aus dem Umfeld der Hadamarer Schule, ebenso wie die Skulptur Johannes des Täufers. Den Stil der Hadamarer Schule prägte maßgeblich der aus Franken stammende Johann Neudecker, gest. 1718 in Hadamar.

Markant ist für diese Stilrichtung der Bildhauertechnik sind die scharfkantig geschnittene Gewandausstattung in oft komplizierter Körperhaltung.

Weitere Werke

Das Gemälde beim Altar ist um 1780 gearbeitet worden. Die Fruchtgehänge sind um 1900 angebracht worden.

Vor und nach 1900 wurden die Skulpturen des Heiligen Joseph und Hlg. Johann in Oberammergau gefertigt sowie die Kommunionbank und das Außenkreuz (1889).

Schöne Aussichten

Auf der anderen Seite befindet sich ein Grillplatz. An ihm vorbei ersteigt man in wenigen Schritten den Burgberg, sieht noch Burgmauerreste und hat bei einem kleinen Pavillon eine faszinierende Aussicht über die weitläufige Gegend. Girkenroth ist zu sehen, das Reifenberger Schlösschen – bis zum Limburger Dom soll man bei gutem Wetter sehen können.

Das Reifenberger Schlösschen

Das Reifenberger Schlösschen, auch Brambacher Schlösschen genannt, ist eine malerische Baugruppe mit landschaftlichen (Fachwerk-)Gebäuden.

Sie wurde überwiegend kurz nach 1552 von Philipp von Reifenberg erbaut.

Über den Entstehungszeitpunkt des sogenannten alten Burghauses der Familie von Reifenberg, das in der schriftlichen Überlieferung erstmals 1469 erwähnt wird, liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Als Initiator des 1552 errichteten „neuen“ Hauses, das mit dem Reifenberger Schlösschen identisch ist, gilt Philip von Reifenberg.

In Weltersburg befand sich bis 1671 der Burgmannensitz einer Linie derer von Reifenberg. Das Schlösschen gelangte Anfang des 18. Jahrhunderts an den Leiningen-Westerburger Rat und späteren Kanzleidirektor Heinrich David Emanuel Schuler aus Wetzlar, der in den Adelsstand erhoben wurde und den Namen „von Schuler“ führte.

Ein Hauch von Goethe und General Blücher

Die Familie Schuler war eng mit der von Johann Wolfgang von Goethe verwandt, und 1779 besuchte der Vater des Dichters das Haus anlässlich der Taufe eines Neffen.

Im Jahr 1814 übernachtete der preußische Marschall Blücher auf dem Weg zu seinen gegen Napoleon ziehenden Truppen im Haus der von Schuler.

Das Anwesen ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen.

Gleich in der Nähe

In der Nähe finden Sie das Naturdenkmal Kranstein und die St. Leonhardskapelle.

(Quellen: Wikipedia, VG Westerburg/Weltersburg)

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