© Sabine Dörner

Die katholische Pfarrkirche Christkönig in Westerburg

Neue Entwicklungen rund um die Christkönigkirche

Nach vielen Jahren als vertrauter Ort des Glaubens hat die Christkönigskirche ein neues Kapitel aufgeschlagen. Am 18. Januar 2026 wurde sie offiziell profaniert – damit verliert sie ihren Status als geweihtes Gotteshaus, und Gottesdienste finden dort künftig nicht mehr statt.

Mit der Profanierung rückt die Liebfrauenkirche in den Mittelpunkt des Pfarrlebens: Sie übernimmt die Rolle der neuen Pfarrkirche – und auch die Marienstatue ist dorthin zurückgekehrt, wo sie einst herstammt.

Das Gebäude selbst soll jedoch nicht leer stehen. Geplant ist eine sinnvolle Nachnutzung im Sinne der Gemeinschaft: In den ehemaligen Kirchenräumen soll eine überdachte Spielmöglichkeit für den benachbarten Kindergarten entstehen – ein Ort, der Kindern künftig Schutz und Raum zum Spielen bieten wird, ganz gleich wie das Wetter ist.

1963: Geburt eines Gotteshauses

„Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels!“ (Gen 28,17) – so lautete der Einleitungssatz der Festpredigt zur Kirchenkonsekration am 25. August 1963 durch Weihbischof Kampe. 

Schon der Aufstieg zum Kirchberg und über 18 Stufen zur Kirche ist ein „Erhebet die Herzen!“, betont und weitergeführt durch den naturstein­verblendeten Stahlbetonturm (30 m hoch), in den nach ihrer Weihe am 22. Dezember 1963 vier Bronzeglocken, harmonisiert dem dreistimmigen Geläute der evangelischen Schlosskirche, ihre Aufnahme fanden.

Die Glocken

1: ‚Gott Vater‘, Ton „e“, 1.186 kg, Durchmesser 1,24 m
2: ‚Christkönig‘, Ton „fis“, 830 kg, Durchmesser 1,10 m
3: ‚Maria‘, Ton „gis“, 573 kg, Durchmesser 0,97 m
4: ‚Hl. Vinzenz Pallotti‘, Ton „a“, 468 kg, Durchmesser 0,92 m

Die Thronende Madonna

Die Thronende Madonna, Lindenholz, um 1350, Kölner Schule, war eine Leihgabe der 1,5 km entfernten Liebfrauen-Wallfahrtskirche auf der Höhe zwischen Westerburg und Hergenroth. Sie hatte ihren Platz auf einem massigem Marmorquader am Fuße des Altarraums.

Vor ihrer gründlichen Restaurierung war die wertvolle Holzfigur farblich gefasst, Mutter und Kind trugen Messingkronen, wie alte Bilder zeigen.  

Die Orgel

1963 von der Fa. Wagenbach erbaut, 1972 erweitert, 24 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, mit Normalkoppeln und Registerschweller – der Pfeifen­wald wächst ohne Gehäuse und Schwellkasten auf schmalem Betonpodest hoch über dem Eingang empor.

Einige Daten zur Kirche

  • Grundsteinlegung: Sonntag, 3. Dezember 1961 (1. Adventssonntag)
  • Richtfest: Freitag, 28. September 1962
  • Weihe durch Weihbischof Kampe: Sonntag, 25. August 1963
  • Innenrenovierung und Altarraumgestaltung: 1984-1986
  • Jährliches Patronatsfest: Letzter Sonntag im Jahreskreis: Hochfest Christi, des Königs
  • Jährliches Kirchweihfest: Erster Sonntag im August: Kirmes mit Kirmesmarkt
  • Profanierung: 18. Januar 2026

Ein markierter Fußweg führt Sie hierhin

Der Dreikirchenweg (ca. 3,4 km) durch Westerburg führt Sie auch an der Kirche Christkönig vorbei und überdies zu Spuren jüdischen Lebens.

(Fotos: Tatjana Steindorf)

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