© Sabine Dörner

Blauschafe inspirieren zu Aktionen

Was nützt der schönste Gedanke, wenn er nicht weitergetragen wird? Doch im Stöffel-Park gelang es, und der Sinn der Blauen Friedensherde, die hier zu Gast war, wurde tatsächlich weitergesponnen!

Rund 30 Schafe des Kunstprojekts zur Förderung des freundlichen Miteinanders im öffentlichen Raum, ins Leben gerufen von den Künstlern Bertamaria Reetz und Rainer Bonk, sind an fünf Tagen in Enspel zu Gast gewesen.

Blauschaf mit Halstuch

Doch noch bevor die EU-blauen Polyesterharz-Schafe, die seit 2009 europaweit auf Ausstellungstour sind, im WällerLand Station machten, hatte Geschäftsführer Martin Rudolph die Tiere bereits ins Herz geschlossen und einige erworben. Durch die Idee von Sandra Köster (Wir Westerwälder) ließ er für sie gelbe Halstücher schneidern, um auch ein Friedenszeichen für die Ukraine zu geben. Die Schafe weideten dann in verschiedenen Dörfern im WällerLand.

Auch die Stöffelmaus-Schule Stockum-Püschen besuchte eins von ihnen eine Zeit lang. Dort setzten die Lehrer mit ihren Schülern kreative Ideen zum Blauschaf um. Die wunderbaren Ergebnisse waren nun auch im TERTIÄRUM im Stöffel-Park zu bewundern.

Spinngruppe liefert den weiteren Faden

Obendrein hatte Christine Rebmann (Gemünden) von der Spinnstube die Idee, blaue Wolle an einem Ausstellungstag zu spinnen und zu verzwirnen. Gaby Held-Habermann (Hergenroth) organisierte schnell das Material und besorgte für den Stöffel-Park auch noch Wolle zum Basteln für die jungen Besucher, um die sich Jutta Lehnhäuser gern kümmerte. Und auch Mitglieder der Spinngruppe Faulbach kamen zum Mitspinnen. Es war eine friedvolle, offene Atmosphäre. Und einige (auch junge) Gäste probierten sogar ein Spinnrad aus.

„Seit mehr als 33 Jahren wird bei uns in lockerer Zusammenarbeit gesponnen, gestrickt, und vor allen Dingen geschwätzt und gelacht“, erzählt Held-Habermann. „Dabei wird die Tradition der Spinnstuben aufrechterhalten, die es früher in fast jedem Dorf im WällerLand gab. Spinnräder wurden auch in Unnau gebaut, sie waren bei Hochzeiten Teil der Aussteuer“, erläutert sie. Der Ausdruck „Westerwälder Hochzeitsrad“ sei daher ein traditioneller Begriff, der unter Kennern bekannt ist.

Tipp: Wer Interesse hat, kann die Spinngruppe gerne am Dienstag, 12. Juli, ab 19 Uhr bis etwa 21 Uhr an der Tourist-Information am Wiesensee (TiWi), Winner Ufer 9, in 56459 Stahlhofen a.W., kennenlernen.

Den Friedensfaden aufgreifen und weiterstricken

Die bei der Kunstaktion per Hand versponnene Wolle (blau und gelb) wird bald in der Infothek des Stöffel-Parks zum Verkauf angeboten. Der Erlös geht an den Verein „Wäller Helfen“, der sich auch für die Ukraine-Hilfe engagiert. tast

(Fotos: Tatjana Steindorf)

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