© Sabine Dörner

Joscho Stephan & friends und Matthias Strucken eröffneten JAZZtival

Ein bisschen Konzertsaal, ein bisschen Bar-Ambiente – oder doch eher am Strand sitzend unter Palmwedeln? Beim Augenschließen und Zuhören der Musik von „Joscho Stephan and Friends“ wären das alles mögliche Locations gewesen. Doch es war die Basaltbühne im Stöffel-Park, auf der diese wohlklingenden Beiträge, in denen sich Melodien und Rhythmen verflechten, zu hören waren. Hans Ruppert („Jazz we can“, Bad Marienberg) lud zum ersten Tag seines JAZZtivals ein. Zunächst aber nahm er genüsslich auf der Bühne Platz und meinte: „Ich wollte schon immer mal auf dem Stuhl von Joscho Stephan sitzen!“

Gypsy-Swing-Gitarrist und Vibrafon

Dieser großartige Gitarrist, der „den modernen Gypsy Swing prägt wie kein anderer“, wie in vielen Presseberichten zu lesen ist, trat schon öfter bei ihm in Bad Marienberg auf. Gut gelaunt, mit unterhaltsamer Moderation und seiner Gitarrenspielkunst – rasante, perlende Solotechnik – führte er das Publikum durch das Programm und wie auf musikalischen Schwingen durch den Abend in die Nacht hinein. An seiner Seite waren die hervorragenden Musiker Sven Jungbeck an der Rhythmusgitarre und der Kontrabassist Volker Kemp (Duisburg) zu hören.
Dazu gesellte sich Matthias Strucken am Vibrafon.

Das Schlaginstrument erhält mit seinen schwingenden, vibrierenden Tönen einen gewissen gesangähnlichen „Stimmen-Charakter“, was faszinierend ist. Seine besondere Klangpalette wird durch die weiche Dämpfung der Töne (über Pedal) erweitert. Verschiedene Schlägel kommen hinzu. Und all diese Möglichkeiten setzt Strucken beeindruckend ein. Während Stephan sich am Großmeister des Gypsy Swing, dem Gitarristen Django Reinhardt orientiert, ist es der Jazz-Vibraphonisten Milt Jackson für Strucken.

Reine Spielfreude – großes Können

Er und der Weltklasse-Gitarrist Joscho Stephan steigerten sich bis zum Hochleistungsspiel. Sie wetteiferten immer wieder in Schnelligkeit und Ideenreichtum, zitierten und überboten sich, ließen die Musik ineinander übergehen, sprenkelten Melodienschnipsel hinein, gaben sich gegenseitig den Vortritt: reinste Spielfreude, großes Können! Und ab und an, mit einem strahlenden Lachen, zeigte der Mönchengladbacher, dass seine Gitarre auch Metal-mäßig klingen kann.

Selbst bei den rasantesten Parts blieb die Musik im Mittelpunkt, nicht das eigene Können – betörend, leidenschaftlich, aber immer ein akustisches Vergnügen. Sanft, rund und nicht zu laut, wofür auch die Techniker im Hintergrund sorgten. Die Beleuchtung und Lichteffekte sind ebenfalls zu loben.

Alle(s) vom Besten

Die Musiker boten in der Pause ihre CDs an, die großes Interesse und Abnahme fanden. Darunter, brandneu: „Travels“. Der gleichnamige Titel von Pat Metheny wurde ebenso gespielt wie Eigenkompositionen und Jazzstandarts.
Es hätten mehr Zuhörer sein dürfen, zumal dieser Stil auch etwas für das breite Publikum ist.

„Wir sind nicht viele, aber die besten“, lobte der Organisator anfangs die Anwesenden. Wieder hatte Hans Ruppert, unterstützt vom Stöffel-Park, Meister ihrer Kunst zu einem Auftritt begrüßen können. Gemeinsam ist ihnen ihre Leidenschaft zur Musik, die größer ist als die zum Geld.

Und Joscho Stephan bedankte sich nicht nur bei seinen Mitspielern, den Technikern und Helfern sowie beim Publikum, sondern auch bei dem Veranstalter, der „durchhält und sich traut, Veranstaltungen durchzuführen“. Den Zugabenrufen, die bei den stehenden Ovationen ertönten, wurde gerne gefolgt.

(Text und Foto: Tatjana Steindorf)

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