© Sabine Dörner

Krötenschutzprojekt im Stöffel-Park gestartet

Ein Krötenschutzprojekt ist im Stöffel-Park angelaufen. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt. Denn sowohl die Kreuzkröte als auch die Geburtshelferkröte sind laut Roter Liste des Bundesamts für Naturschutz (2020) stark gefährdet.

Drei Mitglieder des Stöffelvereins setzen sich ehrenamtlich für diese besonderen Kröten ein und haben dabei auch die Unterstützung seitens der SGD (Struktur- und Genehmigungsdirektion) Nord. Wenn man Michaela Nilius (Naturschutzbeauftragte des Stöffelvereins und Nabu-Mitglied), Karin Rohrbach-Grambsch (Vorsitzende der Nabu-Gruppe Kroppacher Schweiz) und Dieter Wisser (Ortsbürgermeister von Enspel und Vorsitzender des Stöffelvereins) zuhört, tut sich eine kleine neue Welt auf: die der Amphibien.

Die früheren Laichstellen trockneten aus

Die Lebensbedingungen für die Kröten im ehemaligen Steinbruch waren lange Zeit gut, doch die Situation spitzte sich wetterbedingt drastisch zu. „In den letzten drei, vier Jahren hatten wir sehr heiße Frühjahre“, erinnert Michaela Nilius. „Bei einer Amphibienwanderung vor Ort wurden wir darauf aufmerksam, dass mehrere flache Wasserstellen, die Krötenlaich enthielten, fast ausgetrocknet waren.“ Karin Rohrbach-Gramsch fuhr daraufhin gleich Wasser hin. „An nächsten Tag war wieder alles ausgetrocknet“, berichtet sie. Nun wurde mühevoll fast täglich Wasser nachgefüllt, um ein Absterben zu verhindern. „Aber so, per Hand, war das keine langfristige Lösung“, stellt sie fest.

2019 wurde klar, dass der Laich zum Schutz der Tiere „umgesiedelt“ werden muss. Nötig war das auch, weil die mittlerweile abgesperrten Wasserstellen mit der Nutzung des Stöffel-Park schwer zu vereinbaren waren, zieht sich doch die Laichablage über die ganze Besuchersaison hin.

Obere Naturschutzbehörde um Rat gefragt

Um die besonderen Lebensbedingungen der Geburtshelfer- und Kreuzkröte zu sichern,  kontaktierte das Trio die Obere Naturschutzbehörde der SGD Nord. Nach einer gemeinsamen Begehung des Geländes konnten sich die Amphibienexperten aus Koblenz vom Naturschutzpotential des Stöffel-Parks überzeugen und boten in der Folge Rat und Hilfe an.

„Es kam der Vorschlag, Amphibienteiche anzulegen“, erzählt Michaela Nilius. Und auch eine Finanzierung wurde uns angeboten, die mit der Auflage verbunden ist, sich mindestens zwölf Jahre um das Projekt zu kümmern.“ Martin Rudolph, Geschäftsführer des Stöffel-Parks, konnte eine dafür geeignete Stelle abseits des Hauptbesucherbereiches vorschlagen, die sich zudem in einer Feuchtzone befindet.

Sechs Laichbecken wurden geschaffen

Nach Antragstellung durch den Stöffel-Park, mit Einverständnis der Gemeinde als Eigentümer, wurden im zeitigen Frühjahr 2021 an zwei Stellen insgesamt sechs Laichbecken angelegt und mit Spezialton ausgekleidet, um ein Versickern des Wassers zu verhindern. Platten am Grund des Gewässers bieten außerdem Schutz vor Fressfeinden. An eingesetzten Wasserpflanzen wie Tannenwedel (eine Sumpfwasserpflanze) bilden sich Algen, die den Kaulquappen als Nahrung und Versteck dienen.

Die drei Ehrenamtlichen haben bereits im vergangenen Jahr immer wieder zahllose Laichschnüre aus den alten Pfützen hierhin umgesiedelt. Das stieß bei Besuchern auf großes Interesse. So manche Familien und Kinder halfen mit einem Teesieb als Kescher freudig mit. Die  nächsten Krötengenerationen werden dann vermehrt in den neuen Becken ablaichen, und die Naturfreunde werden so immer weniger helfend eingreifen müssen.

Gezielte Veranstaltungen zu dem Projekt und eine erklärende Beschilderung sind geplant.

Die Geburtshelferkröte und die Kreuzkröte

Beide Krötenarten brauchen möglichst fischfreies, flaches Gewässer.

Die nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) wird nur rund fünf Zentimeter groß. Sie bevorzugt vegetationsarme bis -freie Böden, die gut besonnt sind. Diese sollten entweder gut grabfähig sein oder als Versteck geeignete Hohlräume und Spalten aufweisen. Traditionell fand die Geburtshelferkröte gute Bedingungen in ausgedehnten Hutelandschaften sowie in Dörfern und auf Höfen. Steinbrüche können heute oft optimale Lebensräume darstellen. 

Zwischen März und August erfolgt die Paarung. Statt den Laich gleich in einen Tümpel abzulegen, trägt ihn das Männchen – die Laichschnüre um die Hinterbeine gewickelt – mit sich herum. Nach 20 bis 50 Tagen schlüpfen die Kaulquappen, wenn Papi baden geht (mal salopp formuliert). Innerhalb weniger Minuten schlüpfen dann die Kaulquappen. Die Metamorphose zur Kröte erfolgt teilweise erst im nächsten Jahr. Diese Kröte wird auch Glögglifrosch genannt, weil sein hoher Paarungsruf an eine Glocke (oder an eine Flöte bzw. Pfeifen) erinnert.  

Die Kreuzkröte 

Die Kreuzkröte (Epidalea calamita) gehört zu den flächenmäßig am weitesten verbreiteten Froschlurcharten Europas. Deutschland liegt im Zentrum des Verbreitungsgebietes und sei  somit „in hohem Maße für die weltweite Erhaltung dieser Art verantwortlich“, so der Bericht des Bundesamts für Naturschutz. Die Kreuzkröte wird aktuell als stark gefährdet eingestuft.  Durchgeführte Schutzmaßnahmen konnten die Bestandsrückgänge  – von denen einer der Gründe die großflächige Nutzungsaufgabe von militärischen Übungsplätzen ist – aber bisher nicht aufhalten. Steinbrüche stellen mit ihren vielen Spalten optimale Lebensräume für die Kreuzkröte dar. Sie ist etwa sechs Zentimeter klein, 20 Gramm schwer und weist oft einen weiß-gelben Strich auf dem Rücken auf. Ihr Ruf ist schnarrend und laut. Er soll mehr als zwei Kilometer zu hören sein.

(Quelle Bundesamt für Naturschutz, Rote Liste 2020 und nabu.de)

(Fotos: Tatjana Steindorf)

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