Duftende Wege, blühende Dörfer – das WällerLand setzt auf Natur pur: Wer den Westerwald besucht, entdeckt eine Region, die ihre Wurzeln bewusst pflegt – im wahrsten Sinne des Wortes. Zwischen sanften Hügeln, alten Buchenwäldern und idyllischen Dörfern hat sich eine Bewegung entwickelt, die Naturliebhabern, Wanderern und Erholungssuchenden gleichermaßen gefällt: die Initiative „Kräuterwind-Kommune“. Entlang der Dorfränder und auf kommunalen Flächen blühen bunte Wildblumenstreifen – Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und Käfer, die der Landschaft nicht nur Farbe verleihen, sondern ihr Seele geben.
Wer durch die teilnehmenden Gemeinden spaziert, erkennt sie an den markanten Tafeln am Ortseingang: Hier wird Naturschutz gelebt, nicht nur versprochen. Die Blühstreifen laden ein, langsam zu werden – zu verweilen, zu beobachten und die Stille einer Landschaft zu genießen, die bewusst gegen den Einheitslook englischer Rasenflächen ankämpft. Schulen und Kindergärten sollen künftig ebenfalls mitmachen, sodass das Engagement für die heimische Natur bereits bei den Jüngsten beginnt.
Der folgende Bericht zeigt, wie diese Initiative Schritt für Schritt wächst – und warum immer mehr Ortsgemeinden im Herzen des Westerwalds stolz ihre Kräuterwind-Tafel aufstellen.
Elf neue Kommunen tragen das Zeichen der Blüte
In Berzhahn und Weltersburg sind sie noch im vergangenen Herbst aufgestellt worden und weisen die zwei Dörfer seither als „Kräuterwind-Kommunen“ aus. Jetzt haben elf weitere Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Westerburg je zwei Tafeln erhalten, mit denen sie ihre – erfolgreiche – Teilnahme an der Initiative ebenso für jedermann sichtbar machen können.
Ein Zentimeter pro Einwohner – die Messlatte für grünes Engagement
Direkt am Blühstreifen? Lieber an der Ortseingangstafel? Oder doch besser auf dem Dorfplatz? Einige der elf Ortsbürgermeister haben sich noch nicht abschließend entschieden, wo sie die neuen Schilder möglichst gut sichtbar aufstellen werden, die ihre Dörfer als „Kräuterwind-Kommune“ ausweisen. Doch alle eint, dass sie Ortschaften vertreten, die die notwendigen Kriterien erfüllt haben: „Kräuterwind-Kommune“, so darf sich eine jede (Orts-)Gemeinde im gesamten geografischen Westerwald nennen, die auf kommunalem Grund pro Einwohner mindestens einen Zentimeter Blühstreifen (bei zwei Metern Breite) vorweisen kann.
Gemeinsam für die Natur: Die neuen Kräuterwind-Kommunen stellen sich vor
Jetzt sind die Ortsbürgermeister Michael Wisser (Bellingen), Dieter Wisser (Enspel), Benjamin Becker (Guckheim), Davids Olberts (Härtlingen), Nina Podelski-Otte (Hergenroth), Karin Mohr (Höhn), Ute Chamski-Mohr (Kaden), Heiko Schlag (Kölbingen) und Frank Weingarten (Lagenhahn) in der Verbandsgemeindeverwaltung Westerburg zusammengekommen und haben die entsprechenden Tafeln in Empfang genommen, auf denen auch das jeweilige Ortswappen zu sehen ist. Es soll die Beteiligung am Projekt „Kräuterwind-Kommune“ signalisieren. Ebenfalls neue Kräuterwind-Kommunen sind Pottum und Stahlhofen am Wiesensee, deren Bürgermeister jedoch verhindert und darum nicht beim Treffen anwesend gewesen sind.
Saatgut, Schulen und neue Ideen – die Initiative wächst weiter
Markus Hof, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Westerburg, hat im Rahmen der Zusammenkunft einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der Initiative in diesem Jahr gegeben. So werden vor dem Frühjahr gezielt alle Schulen und Kindergärten der Verbandsgemeinde abgefragt: Interessierte Einrichtungen können sich laut Hof melden und ihrerseits Blühstreifen anlegen – mit Unterstützung der Verbandsgemeinde. Diese werde notwendiges Saatgut kostenfrei zur Verfügung stellen. Ebenso gebe es auf Wunsch Hilfe bei der Anlage der Blühflächen. „Selbstverständlich können die Schulen auch eigene Aktionen für die Schüler entwickeln und die Aussaat der Blühmischungen vielleicht als Projekt zur Biodiversität durchführen“, regt Hof an.
Die Initiative „Kräuterwind-Kommune“ entstand als ergänzendes Projekt im Rahmen des vom Regionalprojekt Kräuterwind ausgerichteten „Wäller Gartenpreises“. Die Anregung dazu kam vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Westerburg, Markus Hof.
„Nicht nur englischen Rasen anlegen“ – ein Appell für die heimische Natur
Hof wünscht sich, dass neben den 13 bereits beteiligten noch weitere Gemeinden mitmachen. „Wir wollen verbandsgemeindeweit zeigen: ‚Guck mal, man kann es auch so machen – und nicht nur englischen Rasen anlegen.‘ Wir haben zwar tausend andere Themen, die sehr wichtig sind, trotzdem sollte man unsere heimische Natur nicht aus dem Blick verlieren, gerade, was die Insekten angeht.“ (Text: Kräuterwind, Uwe Schmalenbach)

Großer Jubel in der Verbandsgemeindeverwaltung: Die Ortsbürgermeister haben die Schilder entgegengenommen, die die erfolgreiche Teilnahme am Projekt „Kräuterwind-Kommune“ signalisieren. (Auf dem Foto fehlen die Ortsbürgermeister von Pottum und Stahlhofen am Wiesensee, Frank Weber und Frank Butterweck.)
(Foto Header: Werner Düll, Foto Übergabe: Kräuterwind)


